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Beschreibung
Die Figur, die am treffendsten als Nui No Kata bekannt ist, ist die ehemalige Herrin von Ishikawa und die Mutter von Hyakkimaru und Tahomaru im Anime Dororo. Dieser Name wurde vermutlich in der deutschen Lokalisierung verwendet, was zur Suche nach Fürstin Kagemitsu führte. Als Ehefrau des Feudalherrn Daigo Kagemitsu ist sie eine Figur, die von tiefer mütterlicher Liebe, tiefsitzender Schuld und einer stillen Stärke geprägt ist, die sie letztlich dazu bringt, sich gegen ihren Ehemann und ihren Stand zu stellen, um vergangenes Unrecht zu sühnen.

Nui No Kata wird als eine freundliche, mitfühlende und zutiefst selbstlose Frau dargestellt. Im krassen Gegensatz zu ihrem Ehemann und anfangs auch zu ihrem jüngeren Sohn verabscheut sie Gewalt und lehnt die Vorstellung ab, dass Wohlstand auf dem Leid eines Unschuldigen aufgebaut werden kann. Ihre Persönlichkeit wird durch Tragödien geformt. Nachdem ihr Ehemann einen Pakt mit Dämonen geschlossen hatte, bei dem er die Körperteile ihres erstgeborenen Sohnes für den Wohlstand seiner Ländereien eintauschte, wurde ihr neugeborenes Kind Hyakkimaru aus ihren Armen gerissen und weggeworfen, um zu sterben. Dieses Ereignis zerbricht etwas in ihr, und sie verbringt die folgenden sechzehn Jahre von Kummer und Reue verzehrt. Sie wird von Schuldgefühlen geplagt, weil sie ihren Sohn nicht beschützen konnte, und lebt in einem Zustand ständigen Elends, indem sie täglich für seine Sicherheit und Vergebung betet. Diese überwältigende Konzentration auf ihren verlorenen Sohn schafft eine schmerzhafte Distanz zwischen ihr und ihrem zweiten Sohn Tahomaru, der aufwächst und das Gefühl hat, niemals ihre volle Liebe gewinnen zu können.

Ihre Hauptmotivation ist Erlösung und die Hoffnung auf Wiedervereinigung mit ihrem Erstgeborenen. Im Gegensatz zu Daigo, der Hyakkimaru als Bedrohung für den Dämonenpakt ansieht, der seine Macht untermauert, sieht Nui in ihm nur ihr Kind. Als sie erfährt, dass Hyakkimaru überlebt hat und durch das Land reist, um seine gestohlenen Körperteile zurückzuholen, verwandelt sich ihre passive Trauer in eine verzweifelte, aktive Entschlossenheit. Sie entsagt ihrem Status als Ehefrau eines Lords, einer Position, die ihr nur Elend gebracht hat, und verlässt die Sicherheit ihres Zuhauses, um ihn zu finden. Ihr ultimatives Ziel ist es nicht, Hyakkimarus Rachefeldzug zu stoppen, sondern ihm die Liebe und Entschuldigung zu bieten, die ihm bei der Geburt verweigert wurden, in dem Glauben, dass ihr Mitgefühl das Einzige ist, was ihn davor bewahren kann, selbst zu einem von Rache verzehrten Dämon zu werden.

Innerhalb der Geschichte dient Nui No Kata als moralischer Gegenpol zu ihrem Ehemann Kagemitsu Daigo. Sie ist die lebendige Verkörperung der menschlichen Kosten seines rücksichtslosen Ehrgeizes. Ihre Schlüsselbeziehungen sind zentral für die Handlung. Mit ihrem älteren Sohn Hyakkimaru ist ihre Bindung eine von bedingungsloser Liebe und tragischer Trennung. Als sie sich endlich treffen, enthüllt sie die ganze Wahrheit über seine Aussetzung, ohne etwas zurückzuhalten. Ihre Liebe zu ihm ist ihr bestimmendes Merkmal, und sie spricht ihn mit einer mütterlichen Zärtlichkeit an, während er sie im Gegenzug „Mama“ nennt. In einem Moment unerträglicher Schuld, in dem sie glaubt, dass ihre bloße Existenz eine Sünde gegen ihn ist, versucht sie, sich das Leben zu nehmen, was Hyakkimarus Hass auf seinen Vater nur noch vertieft. Ihre Beziehung zu ihrem jüngeren Sohn Tahomaru ist von Schmerz erfüllt. Während sie ihn liebt, gibt sie zu, dass sie so sehr von Trauer um Hyakkimaru verzehrt war, dass sie keine Liebe mehr übrig hatte – ein Geständnis, das seinen tragischen Weg prägt. Ihre Beziehung zu dem jungen Dieb Dororo ist eine der gegenseitigen Rettung. Dororo hilft Nui bei der Flucht aus der Gefangenschaft, und im Gegenzug fungiert Nui als Ersatzmutterfigur, die Dororo die Fürsorge und Führung bietet, die es verloren hat. Dororo erkennt Nuís Schmerz und glaubt, dass sie die Einzige ist, die Hyakkimarus Herz erreichen kann.

Im Laufe der Serie durchläuft Nui No Kata eine bedeutende Entwicklung. Sie entwickelt sich von einer passiven, gebrochenen Frau, die still vor einer kopflosen Statue betet, zu einer entschlossenen Akteurin, die ihre Familie und ihr Land verrät. Ihre Flucht aus der Burg mit Dororo symbolisiert ihre endgültige Ablehnung ihres früheren Lebens als Adlige und ihre Hinwendung zu einer einfachen, ehrlichen Existenz als Bürgerliche, in der sie Sinn darin findet, Flüchtlingen zu helfen. Sie zeigt, dass sie bereit ist, alles zu riskieren, einschließlich ihres Lebens, für das Wohl ihrer Kinder. In den entscheidenden letzten Episoden beweist sie ihre vollständige Hingabe an beide Söhne. Sie umarmt Hyakkimaru, hält ihn endlich und bittet um Vergebung, bevor sie sich entscheidet, mit dem tödlich verwundeten Tahomaru in der brennenden Burg zu bleiben, ihn in den Armen wiegt und sich für ihre Vernachlässigung entschuldigt, während die Struktur um sie herum zusammenbricht. Sie stirbt zusammen mit Tahomaru und dem Mönch Jukai – ein Opfer, das gleichermaßen aus Liebe zu ihrem jüngeren Sohn und aus Sühne für ihre Unfähigkeit, den älteren zu retten, geboren wurde.

Obwohl Nui No Kata keine übernatürlichen Kampffähigkeiten besitzt, liegt ihre bemerkenswerte Stärke in ihrer tiefen emotionalen Willenskraft. Dororo stellt ausdrücklich fest, dass Nui die Einzige ist, die verhindern kann, dass Hyakkimaru seine verbleibende Menschlichkeit an seine dämonische Wut verliert. Ihre Macht ist ihr bedingungsloses Mitgefühl und ihre Fähigkeit, die Wahrheit seines Leidens auszusprechen. Ihre letzte bemerkenswerte Handlung ist das Tragen einer kopflosen Buddha-Statue, die sie jahrelang als symbolischen Ersatz für den Sohn aufbewahrte, den sie verloren hatte, und die sie als Fokus für ihre Gebete nutzte. Die Statue, die einst Hyakkimaru beschützte und bei ihrem Selbstmordversuch zerbrach, repräsentiert den gebrochenen Bund zwischen ihrer Familie und den dämonischen Kräften. Ihre Reise ist die einer Mutter, die einer korrupten Welt des Ehrgeizes den Rücken kehrt, um das Einzige zurückzugewinnen, das ihr jemals wichtig war: ihr Kind.