Shigeru Miyamoto

Beschreibung
Shigeru Miyamoto wurde am 16. November 1952 in Sonobe, Kyoto, Japan geboren. Bevor er in die Videospielbranche eintrat, hegte er ein starkes Interesse an Cartoons und Manga. Während der Schulzeit gründete er einen Manga-Club und erschuf eigene Charaktere, mit dem ursprünglichen Ziel, professioneller Manga-Zeichner zu werden. Letztlich studierte er Industriedesign am Kanazawa Municipal College of Industrial Arts und schloss nach fünf Jahren ab. Sein früher Wunsch, im Manga-Bereich zu arbeiten, und sein Hintergrund in der Illustration prägten direkt seinen späteren Ansatz bei der Charaktererstellung und visuellen Erzählung.

Miyamoto trat 1977 als Künstler bei Nintendo ein und arbeitete zunächst an Arcade-Spielgrafiken, bevor er 1981 die Charaktere und Designs für das revolutionäre Donkey Kong schuf. Als Schöpfer der Franchises Super Mario Bros. und The Legend of Zelda wurden seine originalen Charakterdesigns und Spielkonzepte in mehrere Anime-Produktionen adaptiert. Seine Rolle in diesen animierten Werken wird durchgängig als Original Creator, Original Character Design oder als Autor auf Basis seiner Spielkonzepte angegeben.

Zu den Anime-Werken, für die Miyamoto als Original Creator geführt wird, gehört der Kinofilm von 1986 Super Mario Brothers: Peach-hime Kyuushutsu Daisakusen. Der am 20. Juli 1986 veröffentlichte Film war die erste Verfilmung eines Videospiels und ging der Live-Action-Hollywood-Adaption um sieben Jahre voraus. Der Film wurde von Masami Hata inszeniert, Miyamoto wird für die Originalcharaktere genannt, das Drehbuch stammt von Hideo Takayashiki. Die Handlung folgt Mario und Luigi, die ins Pilzkönigreich eindringen, um Prinzessin Peach aus den Klauen von Bowser zu retten.

1989 wurde die dreiteilige Original Video Animation-Serie Amada Anime Series: Super Mario Brothers am 3. August veröffentlicht. Diese OVA, produziert von Studio Junio, erzählt klassische japanische Märchen wie Momotaro, Issunboshi und Schneewittchen mit Charakteren aus dem Mario-Franchise neu. Miyamoto ist für diese Serie offiziell als Original Character Designer und Original Creator gelistet.

Eine weitere OVA, Mario Kirby Meisaku Video, wurde 1993 veröffentlicht. Dieses Bildungsvideo zielte darauf ab, kleinen Kindern Kanji-Zeichen beizubringen. Die Produktion enthält sowohl Mario- als auch Kirby-Segmente. Miyamoto wird als Original Creator und Original Character Designer für die Mario-Teile des Videos genannt, während Masahiro Sakurai als Original Creator für die Kirby-Segmente angegeben ist. Dies markiert einen der frühesten Anime-Auftritte des Kirby-Charakters.

Miyamoto wird auch für die Bildungs-Kurzfilme Super Mario no Kōtsū Anzen, der sich auf Verkehrssicherheit konzentriert, und Super Mario no Shōbōtai, der sich auf Brandschutz konzentriert, genannt. Diese Produktionen nutzten die wiedererkennbaren Mario-Charaktere, um Kindern Sicherheitslektionen zu vermitteln, und erweiterten so die originalen Spielcharaktere auf Bildungsmedien.

Miyamotos künstlerische Identität ist durch verspielte, fantasievolle Welten mit einfachen, aber fesselnden Erzählungen geprägt. Seine Designphilosophie betont intuitive Erkundung und Entdeckung, bei der Spieler und Zuschauer ermutigt werden, sich mit skurrilen Umgebungen auseinanderzusetzen. Die Erzählstruktur seiner Spiele und die daraus adaptierten Geschichten spiegeln oft das Kishōtenketsu-Format wider, eine klassische japanische Erzählstruktur, die in Manga verbreitet ist und die er als Einfluss genannt hat. Dies steht im Kontrast zur westlichen Drei-Akt-Dramaturgie und bevorzugt eine Wendung, die eine einzigartige Perspektive bietet.

Die branchenweite Bedeutung von Shigeru Miyamoto als Original Creator im Anime-Bereich gründet auf seiner Rolle als Urheber des Ausgangsmaterials für einige der bekanntesten Charaktere der Mediengeschichte. Obwohl er nicht Regisseur oder Drehbuchautor dieser Anime-Adaptionen war, lieferten seine originalen Videospielkonzepte die grundlegenden Charaktere, Settings und die Ästhetik, die diese Produktionen ermöglichten. Der Film von 1986 hat historische Bedeutung als erste abendfüllende Verfilmung eines Videospiels und etablierte eine Vorlage für transmediale Franchise-Bildung, die Jahrzehnte später zur Standardpraxis werden sollte. Sein Hintergrund als junger Manga-Zeichner, der sich dem Spieldesign zuwandte, schuf eine direkte Verbindung zwischen der Manga-Industrie und der Videospielindustrie und beeinflusste, wie japanische Spielcharaktere gestaltet werden, um ausdrucksstark und einprägsam genug für animierte Adaptionen zu sein.
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