Keishū Ando

Beschreibung
Keishu Ando ist ein japanischer Mangaka, der vor allem als Schöpfer der Serie Kyukyoku!! Hentai Kamen bekannt ist, einer provokativen Superheldenkomödie, die für ihre absurde Prämisse Berühmtheit erlangte und später zwei Realfilm-Adaptionen inspirierte. Geboren 1969 in der Präfektur Aichi, wuchs Ando mit einem älteren Bruder auf, dessen verspielter Geist und wettbewerbsorientierte Kreativität einen bedeutenden Einfluss auf seine Entwicklung als Humorist hatten. Eine Anekdote aus seiner Kindheit beschreibt, wie ein Badespiel, bei dem Unterwäsche gezogen und gedehnt wurde, zum zentralen visuellen Gag eines Helden führte, der sich Damenunterhosen über den Kopf zieht – ein Bild, von dem er überzeugt war, dass es Menschen zum Lachen bringen würde.

Ando verfolgte seinen Ehrgeiz, professioneller Mangaka zu werden, nachdem er kurzzeitig in einer Designfirma gearbeitet hatte, einen Job, den er nach nur drei Monaten kündigte, um sich auf das Zeichnen zu konzentrieren. 1989 reichte er unter dem Namen 安东庆周 ein Werk ein und erhielt eine ehrenvolle Erwähnung beim 31. Akatsuka Award, einem prestigeträchtigen Preis für Gag-Manga, benannt nach dem legendären Comedy-Schöpfer Fujio Akatsuka. Diese frühe Anerkennung half, seinen Weg in der Branche zu ebnen.

Die Figur des Hentai Kamen tauchte erstmals in mehreren Prototypen-Einzelgeschichten auf, die ab 1990 in Sonderausgaben des Weekly Shonen Jump veröffentlicht wurden, jeweils mit leicht unterschiedlichen Settings. Das Konzept erwies sich als erfolgreich genug, dass die Serie Kyukyoku!! Hentai Kamen (was Ultimativ!! Perverser-Maske bedeutet) für die wöchentliche Serialisierung freigegeben wurde. Sie lief im Flaggschiff-Magazin Weekly Shonen Jump von Ausgabe 42 im Jahr 1992 bis Ausgabe 46 im Jahr 1993, umfasste 52 Kapitel, die in sechs Tankobon-Bänden gesammelt wurden. Die Geschichte folgt Kyosuke Shikijo, einem Oberschüler und Kampfkünstler, der ein eigenartiges genetisches Erbe antritt: Sein Vater war Masochist und seine Mutter Sadistin. Wenn er sich ein Paar Damenunterhosen über den Kopf zieht, verwandelt er sich in einen bizarr muskulösen, fast nackten Helden der Gerechtigkeit, der seine übermenschliche Kraft aus seiner eigenen Perversion bezieht. Die Serie vermischte Kampfkunst-Tropen mit derben Humor und parodierte die Konventionen traditioneller Superhelden-Erzählungen.

Nach dem Ende der ursprünglichen Serialisierung produzierte Ando weiterhin Einzelgeschichten, von denen viele Hentai Kamen in Cameo-Auftritten zeigten, darunter Dandy Jones und Catman, bevor seine Produktion um 1996 herum nachließ. Um das Jahr 2000 kehrte er in seine Heimatstadt zurück und begann als Illustrator zu arbeiten. Mehrere Jahre lang erlebte die Serie durch Neuauflagen und Sonderprojekte neues Leben. 2008, anlässlich des Starts des Magazins Jump Square, wurde ein Remake-Einzelkapitel mit dem Titel Kaettekita Hentai Kamen von School Rumble-Schöpfer Jin Kobayashi gezeichnet, begleitet von einem gemeinsamen Interview mit Ando. Um diese Zeit zeichnete Ando auch neues Cover-Art und Vier-Panel-Comics für eine neu gemixte Edition seines Originalwerks.

Ein bedeutender Wendepunkt kam, als der Schauspieler Shun Oguri, ein selbsternannter Fan des Mangas, eine Realfilm-Adaption vorantrieb. 2013 wurde der Film HK: Hentai Kamen veröffentlicht, unter der Regie von Yuichi Fukuda und mit Ryohei Suzuki in der Titelrolle. Der Film war ein Überraschungserfolg, spielte trotz einer limitierten Kinoveröffentlichung auf nur zwölf Leinwänden über 100 Millionen Yen ein und übertraf die Box-Office-Prognosen um das Zehnfache. Später gewann er den Publikumspreis beim New York Asian Film Festival. Diese Wiederbelebung des Interesses veranlasste Ando, neue Manga-Inhalte zu schaffen, darunter das Einzelkapitel Hentai Kamen S: Hentai Kamen Second 2013 im Jump Square und eine Fortsetzungsserie mit dem Titel Hentai Kamen EX, die von 2014 bis 2015 im Magazin Gakura Mag serialisiert wurde. Ein zweiter Realfilm, HK: Hentai Kamen - Abnormal Crisis, folgte 2016, wobei Ando zusätzliche kurze Manga-Geschichten als Special Features für Heimvideo-Veröffentlichungen beisteuerte.

Keishu Andos künstlerische Identität ist geprägt von einer furchtlosen Hinwendung zur Vulgarität und absurden Slapstick-Komödie, oft inspiriert vom unbefangenen Spiel der Kindheit. Sein Werk dekonstruiert konsequent das Ideal des edlen Helden, ersetzt Würde durch Lächerlichkeit, bewahrt dabei aber eine echte Zuneigung für die Genres, die er parodiert. Obwohl Ando kein produktiver Schöpfer ist, hat sein einziges größeres Werk eine bemerkenswerte Langlebigkeit und crossmediale Anziehungskraft bewiesen und wanderte von den Seiten des Shonen Jump zu kritischem und kommerziellem Erfolg im Realfilm-Kino. Seine Karriere spiegelt einen spezifischen Weg innerhalb der Manga-Branche wider, bei dem ein einziges, unverwechselbares Konzept, gepflegt von einer engagierten Fangemeinde und wichtigen Fürsprechern, einen dauerhaften Kultstatus erreichen kann.
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