Film
Beschreibung
Nanako Okajima ist die älteste der drei Okajima-Schwestern im Anime-Film „Only Yesterday“. Sie ist älter als Yaeko und die Protagonistin Taeko. In den Rückblenden von 1966, die die Kindheitserinnerungen der Erzählung bilden, ist Nanako eine Universitätsstudentin, genauer gesagt eine Erstsemesterstudentin an einer Kunsthochschule. Dies platziert sie in den späteren Phasen der Adoleszenz, bereits auf dem Weg ins junge Erwachsenenalter, während ihre Schwestern noch in der Mittel- und Oberstufe sind. Sie verkörpert die aufkommende Jugendkultur des Japan der Mitte der 1960er Jahre, erscheint häufig in modischer Kleidung und beschäftigt sich mit zeitgenössischen Trends wie einem starken Interesse an den Beatles. Ihr äußeres Erscheinungsbild umfasst hellbraunes Haar, das auf Nackenlänge geschnitten ist, und schwarze Augen. In der Gegenwart von 1982 ist Nanako verheiratet und lebt in der Stadt, wobei sie eine herzliche und anhaltende Beziehung zu Taeko pflegt.

Nananakos Persönlichkeit ist geprägt von einem gelassenen und kultivierten Auftreten, das sie von ihren jüngeren Schwestern unterscheidet. Sie ist im Allgemeinen geduldiger und besonnener als die temperamentvolle Yaeko und besitzt eine weltoffene Perspektive, die durch ihre Erfahrungen an der Kunsthochschule und der urbanen Kultur geformt wurde. Trotz ihrer Reife beteiligt sie sich dennoch an den typischen Geschwisterstreitereien und neckischen Hänseleien, die im Haushalt der Okajimas vorkommen. Ihre Hauptmotivation dreht sich darum, ihren eigenen Weg zur Unabhängigkeit und zum Erwachsensein zu finden, den sie durch höhere Bildung und die Auseinandersetzung mit den kulturellen Veränderungen der Zeit verfolgt. Sie zeigt im Rahmen der Geschichte keine großen persönlichen Ambitionen; vielmehr sind ihre Motivationen die einer jungen Frau, die leise ihre Zukunft aufbaut, während sie ihre Rolle innerhalb der Familienstruktur erfüllt.

Innerhalb der Geschichte fungiert Nanako als Nebenfigur, deren Präsenz die Altersunterschiede und unterschiedlichen Lebensphasen zwischen den Schwestern hervorhebt. In den Kindheitserinnerungen betrachtet die junge Taeko Nanako mit einer Mischung aus Bewunderung und Neid und sieht in ihrer ältesten Schwester ein Vorbild an Freiheit und Reife, das sie selbst noch nicht erreicht hat. Nanako dient auch als subtile Mentorin, nicht durch direkte Anweisungen, sondern durch ihr gelassenes Beispiel und die Art, wie sie sich verhält. Der Film nutzt Nanako, um Themen des Zeitablaufs und der unterschiedlichen Wege, die Schwestern beim Erwachsenwerden einschlagen, zu unterstreichen. In der Gegenwart bietet ihr verheiratetes Leben in der Stadt einen Kontrast zu Taekos eigenem unverheirateten Zustand und dem ländlichen Leben, das Taeko in Yamagata erkundet.

Die wichtigsten Beziehungen in Nanakos Leben sind die zu ihren Schwestern und ihren Eltern. Mit Taeko verbindet sie eine Bindung, die bis ins Erwachsenenalter anhält, geprägt von echter Zuneigung und der natürlichen Distanz, die sich aus ihrem Altersunterschied und ihren getrennten Leben ergibt. Mit Yaeko, der mittleren Schwester, sind ihre Interaktionen typischer für Geschwisterdynamiken, wobei Nanako die Rolle der Ältesten einnimmt, die über die unmittelbaren Belange des Highschool-Lebens hinausgewachsen ist. Ihre Beziehung zu ihren Eltern wird nicht stark detailliert, aber sie existiert innerhalb derselben Haushaltsstruktur, die von einem strengen, emotional distanzierten Vater und einer pragmatischen, hart arbeitenden Mutter geprägt ist. Außerhalb der unmittelbaren Familie spielen Nanakos Schwiegereltern eine indirekte Rolle in der Handlung, da Taekos Reise nach Yamagata als Besuch bei Nanakos Schwiegereltern gerahmt wird, um bei der Safranernte zu helfen.

Nanako durchläuft im Film keine bedeutende persönliche Entwicklung, da sie sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart eine statische Präsenz ist. Ihr Bogen handelt weniger von Veränderung als vielmehr von der Illustration des natürlichen Fortschritts von der Jugend zum Erwachsensein. In den 1960er Jahren ist sie eine trendbewusste Universitätsstudentin, und in den 1980er Jahren hat sie sich in ein verheiratetes Stadtleben eingefügt, was ein mögliches Ergebnis des Erwachsenwerdens darstellt. Taekos Reise hingegen hinterfragt, ob dieser urbane Weg wirklich erfüllend für sie ist. In Bezug auf bemerkenswerte Fähigkeiten besitzt Nanako keine besonderen Fertigkeiten oder Talente, die in der Erzählung hervorgehoben werden. Ihr prägendstes Merkmal ist ihr kulturelles Bewusstsein und ihre künstlerische Sensibilität, geformt durch ihre Kunsthochschulbildung, aber diese werden als Teil ihrer Persönlichkeit und nicht als außergewöhnliche Fähigkeiten dargestellt. Sie ist eine Figur, die durch ihre Position innerhalb der Familie und der Zeit definiert ist und als Maßstab für den Zeitablauf und die unterschiedlichen Wege dient, auf denen Schwestern den Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein bewältigen.