Film
Beschreibung
Lady Eboshi ist die beeindruckende Anführerin und Gründerin von Tatara Ba, auch bekannt als Eisenstadt. Sie ist eine junge Frau, die sich mit einer ruhigen, gefassten und würdevollen Haltung präsentiert, die Respekt einflößt. Ihre Vergangenheit ist geprägt von Härte und Widerstandsfähigkeit; sie arbeitete einst als Shirabyōshi, eine traditionelle Tänzerin und Sängerin, bevor sie eine Geisel von Piraten wurde. Schließlich wurde sie die Frau des Piratenanführers, den sie später bei einer Rebellion ermorden ließ, um sich und ihre Anhänger zu befreien. Diese schwierige Geschichte formte sie zu einer pragmatischen und furchtlosen Person, die Traditionen ablehnt und sich nicht von den strengen sozialen Hierarchien der Zeit binden lässt.

Ihre Persönlichkeit ist eine komplexe Mischung aus Ehrgeiz und Mitgefühl. Eboshi ist eine durchsetzungsfähige und selbstbewusste Führungspersönlichkeit mit einem klugen Geschäftssinn und einer rücksichtslosen Ader gegenüber ihren Feinden, insbesondere den Göttern des Waldes, die sie als törichte Hindernisse für den Fortschritt betrachtet. Dennoch wird sie von den Menschen in Eisenstadt zutiefst geliebt, die sie als Heldin sehen. Das liegt daran, dass ihr Ehrgeiz grundlegend mit dem Schutz und der Stärkung der Ausgestoßenen der Gesellschaft verbunden ist. Sie kauft aktiv Frauen aus Bordellen, um in ihrer Schmiede zu arbeiten, und heißt Leprakranke in ihrer Gemeinschaft willkommen, indem sie ihnen saubere Lebensbedingungen, sinnvolle Arbeit und einen Lebenszweck bietet. Ihre Führung hat eine für ihre Zeit bemerkenswert diskriminierungsfreie Gesellschaft geschaffen, die fast wie ein Zufluchtsort für diejenigen fungiert, die nirgendwo anders hingehen können.

Ihre Hauptmotivation ist der Wohlstand und das Überleben von Eisenstadt und seinen Bewohnern. Um dies zu erreichen, hat sie die Eisenproduktion industrialisiert, was das Abholzen von Wäldern und den Abbau des Landes erfordert, was sie in direkten und gewaltsamen Konflikt mit den Tiergöttern des Waldes bringt. Sie beabsichtigt, den Kopf des Waldgeistes dem Kaiser zu überreichen, in der Überzeugung, dass dies die Gunst des Shoguns sichern und ihre Stadt vor Angriffen von Samurai-Truppen von außen schützen wird. Dieser Utilitarismus definiert ihre Rolle in der Geschichte als die primäre menschliche Antagonistin von Prinzessin Mononoke und den Waldgeistern. Sie ist direkt dafür verantwortlich, den Eber-Gott Nago mit einem Gewehr zu verwunden, eine Tat, die ihn in einen Dämon verwandelte und zu Ashitakas Fluch führte, wodurch die gesamte Handlung in Gang gesetzt wird.

Eboshis wichtigste Beziehungen sind durch ihre Rolle als Beschützerin und Gegnerin definiert. Für ihre Anhänger, insbesondere die Frauen und Leprakranken, die sie befreit hat, ist sie eine geliebte und inspirierende Figur. Ihr direktester Feind ist San, das von Wölfen aufgezogene Menschenmädchen, das Eboshi dafür verachtet, dass sie ihr Waldheim zerstört. Ihr Konflikt ist ein zentraler Zusammenstoß in der Geschichte. Sie hat auch eine vorsichtige und komplexe Beziehung zum Protagonisten Ashitaka. Obwohl sie zunächst seine Stärke respektiert und ihm einen Platz in ihrer Gemeinschaft anbietet, ignoriert sie letztendlich seine Bitten um Frieden, getrieben von ihrem Engagement für ihre Ziele. Ihre Partnerschaft mit Jiko-bō, einem Mönch, der den Kopf des Waldgeistes sucht, zeigt ihre Bereitschaft, pragmatische Allianzen einzugehen, um ihre Ziele zu erreichen.

Im Laufe der Erzählung zeigt Eboshi eine bemerkenswerte, aber schwer verdiente Entwicklung. Sie ist eine entschlossene und oft rücksichtslose Stratege, die bereit ist, ihre eigenen Männer als Köder zu opfern, um die Armee eines Eber-Gottes zu töten, oder gefallene Kameraden zurückzulassen, wenn es dem größeren Wohl der Stadt dient. Ihr unerschütterliches Streben nach dem Waldgeist führt zur Katastrophe, als sie erfolgreich seinen Kopf abschießt, was dazu führt, dass er sich in eine monströse Kreatur verwandelt, die fast alles zerstört. Im darauf folgenden Chaos beißt die Wolfsgöttin Moro ihr den rechten Arm ab. Am Ende, mit zerstörter Eisenstadt und ihrem eigenen Körper unumkehrbar gezeichnet, zeigt Eboshi Reue für ihre Taten. Sie gibt ihre Fehler zu und drückt den aufrichtigen Wunsch aus, eine bessere, friedlichere Stadt wieder aufzubauen, die den Wald in Ruhe lässt.

Eboshi ist auch eine äußerst fähige Kriegerin und Innovatorin. Sie ist eine versierte Schwertkämpferin und eine erfahrene Schützin, die von der Front kämpft und persönlich ihre Truppen in die Schlacht führt. Sie hat die Ishibiya eingeführt und verbessert, eine frühe Form von Handkanone oder Gewehr, die die technologische Macht der Menschheit im Film repräsentiert. Ihre Leute verwenden diese Feuerwaffen nicht nur, um die Stadt vor Samurai zu verteidigen, sondern auch, um die Waldgötter zu töten, was ihre Rolle als eine Kraft der industriellen Moderne gegen die natürliche und geistige Welt zeigt.