Film
Beschreibung
Maron Glacé Mont Blanc ist eine Nebenfigur in Die Rosen von Versailles. Sie dient als Amme und Kindermädchen von Oscar François de Jarjayes und ist die Großmutter mütterlicherseits von André Grandier. Sie ist eine Dienerin des Hauses Jarjayes, arbeitet seit vielen Jahren für die Familie und ist eine unverzichtbare mütterliche Figur auf dem Anwesen. Ihr voller Name wird von anderen Figuren selten verwendet; meist wird sie einfach als Baaya bezeichnet, was Kindermädchen oder Großmutter bedeutet.

Hinsichtlich ihres Hintergrunds hat Maron Glacé Mont Blanc den größten Teil ihres Lebens im Dienst der Familie Jarjayes verbracht. Sie zog Oscar von klein auf auf und fungierte als Ersatzmutter in Abwesenheit einer liebevollen Elternfigur. Ebenso zog sie ihren eigenen Enkel André groß, der mit Oscar als Kindheitsgefährte und später als enger Begleiter aufwuchs. Ihre lange Geschichte mit beiden Hauptfiguren macht sie zu einer der wenigen Konstanten in deren Leben und verankert sie in einem Gefühl häuslicher Wärme inmitten der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen des französischen Hofes.

Ihre Persönlichkeit zeichnet sich durch eine gesprächige und ängstliche Natur aus. Sie ist pingelig, sorgt sich ständig um die Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Lieben und zögert nicht, ihre Bedenken laut und offen zu äußern. Trotz ihres manchmal aufdringlichen Verhaltens sind ihre Handlungen stets von echter Liebe und Hingabe geprägt. Sie sorgt sich sehr um Oscar und André und beschützt sie leidenschaftlich. Sie ist auch freimütig und mutig, wenn die Situation es erfordert, und stellt sich denen, die einen höheren gesellschaftlichen Rang haben, wenn sie glaubt, dass sie Oscar oder André Unrecht getan oder in Gefahr gebracht haben.

Maron Glacé Mont Blanc hat feste und traditionelle Ansichten über Geschlechter- und Gesellschaftsrollen, was sie grundlegend in direkten Gegensatz zu General Jarjayes bringt. Sie lehnte die Entscheidung, Oscar als Jungen zu erziehen und zur Soldatin auszubilden, entschieden ab, da sie stattdessen glaubte, dass Oscar als Frau hätte leben und ein konventionelleres Leben hätte führen sollen. Diese Meinungsverschiedenheit spiegelt ihr Kernmotiv wider: Sie wünscht sich, dass Oscar als Frau Glück und Erfüllung findet, frei von den Lasten einer männlichen Identität, die ihr von ihrem Vater aufgezwungen wurde. Sie setzt sich für Oscars Weiblichkeit und ihr Recht ein, auf persönliche, emotionale Weise zu lieben und geliebt zu werden.

In der Geschichte fungiert sie hauptsächlich als Betreuerin und moralischer Anker im Haushalt der Jarjayes. Ihre Rolle ist nicht zentral für die politischen oder militärischen Handlungsstränge, aber sie erscheint in wichtigen häuslichen Momenten, um Trost, Rat oder emotionale Stabilität zu bieten. Sie dient als Kontrast zu den starren, pflichtbewussten Erwartungen von Oscars Vater und repräsentiert die private, emotionale Seite von Oscars Leben, die die Heldin oft nur schwer erreichen kann. Ihre Anwesenheit verstärkt das Thema der verborgenen Weiblichkeit und der persönlichen Kosten von Oscars öffentlicher Rolle.

Ihre wichtigsten Beziehungen sind durch ihre tiefen, familiären Bindungen geprägt. Gegenüber Oscar ist sie eine liebevolle und beschützende zweite Mutter, die sie Ojou-sama oder junge Dame nennt und sie sanft ermutigt, ihre Weiblichkeit anzunehmen. Gegenüber André, ihrem Enkel, ist sie sowohl liebevoll als auch fordernd. Sie stellt hohe Erwartungen an ihn und erwartet, dass er auf Oscar aufpasst und sie vor Schaden bewahrt. Sie schimpft hart mit ihm und zögert nicht, ihn körperlich zu bestrafen, wenn sie glaubt, dass er seine Pflicht, Oscar zu beschützen, vernachlässigt hat. Ihre Beziehung zu General Jarjayes ist von stiller, aber anhaltender Spannung geprägt, die auf ihren gegensätzlichen Ansichten über Oscars Erziehung beruht.

Ihre Entwicklung ist subtil, da sie eine statische Figur ist, die in ihrer Liebe und Sorge während der gesamten Erzählung beständig bleibt. Sie durchläuft keine große Veränderung, aber ihre Standhaftigkeit selbst ist eine Form stiller Stärke. Sie repräsentiert die beständige, unveränderliche Liebe der Familie in einer Welt, in der fast alles andere im Fluss ist.

Was bemerkenswerte Fähigkeiten betrifft, besitzt sie keine Kampffertigkeiten oder politischen Einfluss. Ihre Stärke liegt in ihrer emotionalen Widerstandsfähigkeit, ihrem tiefen intuitiven Verständnis für die Menschen, die sie liebt, und ihrer Bereitschaft, auch Mächtigeren gegenüber die Wahrheit zu sagen. Sie ist auch zu heftigem, beschützendem Zorn fähig, wie sie zeigt, als sie Graf Hans Axel von Fersen zur Rede stellt, nachdem er Oscar bei ihrer ersten Begegnung fälschlicherweise für einen Mann hält. In dieser Szene wird sie wütend und treibt ihn körperlich aus dem Raum, eine Handlung, die sowohl ihren Mut als auch ihre unerschütterliche Loyalität gegenüber Oscars wahrer Identität als Frau unterstreicht.
Besetzung