Film
Beschreibung
Leilia ist eine junge Frau, die dem Volk der Iorph angehört, einem Volk, das in der Mitte der Teenagerzeit aufhört zu altern und Jahrhunderte lebt. Sie wird als die engste Freundin von Maquia in ihrem abgeschiedenen Dorf vorgestellt, wo sie zusammen mit ihren Freunden Maquia und Krim lebt. Leilia wird als temperamentvoll, rebellisch und freiheitsliebend beschrieben, mit einer selbstbewussten und leidenschaftlichen Art, die im Gegensatz zu Maquias zurückhaltenderem Wesen steht. Sie gilt als das schönste Mädchen ihres Clans.

Ihr Leben ändert sich dramatisch, als das Königreich Mezarte in das Dorf der Iorph einfällt, auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Langlebigkeit. Während des Angriffs wird Leilia gefangen genommen und in den königlichen Palast gebracht. Sie wird zu einer politischen Heirat mit dem Prinzen von Mezarte gezwungen, da das Königreich beabsichtigt, Iorph-Blut in die königliche Blutlinie einzuführen und einen Erben zu zeugen, der ihr langes Leben erben könnte. Diese Regelung beraubt sie ihrer Freiheit und isoliert sie von ihrem Volk. Sie wird zu einer Gefangenen im Palast, behandelt wie eine Ware und nicht wie ein Mensch.

Leilias Motivationen sind zunächst in ihrem Wunsch verwurzelt, mit ihrem ehemaligen Geliebten Krim wiedervereint zu werden und ihrer Gefangenschaft zu entkommen. Nach der Geburt ihrer Tochter Medmel verlagert sich ihr Fokus jedoch auf ihr Kind. Das Palastpersonal hält Medmel von Geburt an von Leilia getrennt, da das Mädchen keine körperlichen Anzeichen des Iorph-Erbes zeigt. Diese erzwungene Trennung wird zu einer Quelle tiefen, anhaltenden Leids für Leilia, und ihre Hauptmotivation wird die Sehnsucht, ihre Tochter zu sehen und bei ihr zu sein. Im Laufe der Jahre wird sie von Verzweiflung und Isolation verzehrt, und nur der Gedanke an ihr Kind hält sie bei Verstand.

Innerhalb der Geschichte dient Leilia als düsteres Gegenstück zu Maquia. Während Maquia in der menschlichen Welt ein gewisses Maß an Freiheit und Erfüllung findet, indem sie einen Adoptivsohn großzieht, ist Leilia im königlichen Hof gefangen und ihr wird die Möglichkeit verwehrt, eine wahre Mutter für ihr eigenes Kind zu sein. Ihre Erfahrung unterstreicht die Tragödie, als Gefäß für eine Blutlinie behandelt zu werden, und die Grausamkeit, von ihrer Familie getrennt zu werden. Ihre Rolle ist die eines Opfers politischer Ambitionen und ein Symbol verlorener Autonomie.

Schlüsselbeziehungen definieren ihren Handlungsbogen. Ihre Bindung zu Maquia ist eine tiefe Freundschaft, und ihre Wiedervereinigung Jahre später ist emotional aufgeladen. Ihre Beziehung zu Krim ist vor ihrer Gefangenschaft romantisch, aber im Laufe der Zeit sieht sie seine obsessive, zielstrebige Mission, sie zu retten, eher als Last denn als Quelle der Hoffnung. Als Krim sie schließlich während einer Belagerung erreicht, lehnt sie seinen Fluchtplan ab und stellt den Wunsch, ihre Tochter zu sehen, über die Flucht. Ihre schmerzhafteste Beziehung ist die zu ihrer Tochter Medmel. Leilia besessen von dem Mädchen aus der Ferne, aber sie teilen nur eine kurze, tragische Begegnung gegen Ende des Films, bei der Medmel sie nicht erkennt.

Leilias Entwicklung folgt einer Bahn von einer lebhaften, selbstbewussten jungen Frau zu einer gebrochenen, passiven Gefangenen, die von Kummer verzehrt wird. Für einen Großteil der Geschichte zeigt sie wenig Handlungsfähigkeit, wirkt sanftmütig und ihrem Schicksal ergeben. Diese Passivität steht im Gegensatz zu ihrer anfänglichen Persönlichkeit und erzeugt das Gefühl einer Figur, deren Geist durch Jahre der Gefangenschaft und des Verlusts zermürbt wurde. Im Höhepunkt des Films, nach einer kurzen Wiedervereinigung mit Medmel, gewinnt sie schließlich ihren Willen zurück. Ermutigt von Maquia, entscheidet sie sich, den Palast hinter sich zu lassen und auf dem letzten lebenden Renato davonzufliegen, und erreicht so eine bittersüße Befreiung. Ihr Bogen endet damit, dass sie vorwärts geht, nachdem sie ihre Vergangenheit losgelassen hat.

Als Iorph besitzt Leilia die natürlichen Fähigkeiten ihres Volkes: Sie altert nicht über ihr jugendliches Aussehen hinaus und lebt Jahrhunderte. Sie ist auch geschickt im Weben von Hibiol, einem speziellen Stoff, der den Lauf der Zeit aufzeichnet, einem traditionellen Handwerk ihres Volkes. Abgesehen von diesen Eigenschaften hat sie keine übernatürlichen Fähigkeiten; ihre Bedeutung liegt in ihrer persönlichen Reise und dem thematischen Kontrast, den sie zur Protagonistin bietet.