Film
Beschreibung
Kiriko ist eine Figur, die in der Geschichte in zwei unterschiedlichen Formen existiert und als entscheidende Führerin und Beschützerin für den Protagonisten Mahito dient. In der alltäglichen Welt des ländlichen Anwesens, in das Mahito zieht, wird Kiriko zunächst als eine der älteren Dienstmädchen gesehen, die im Haushalt seiner Stiefmutter Natsuko arbeitet. In dieser Gestalt wird sie als mürrisch dreinblickende, aber ergebene Dienerin beschrieben, die sich zusammen mit den anderen älteren Frauen um Mahito kümmert, nachdem er sich eine selbst zugefügte Kopfverletzung zugezogen hat.

Ihre bedeutendste Rolle entfaltet sich jedoch in der fantastischen anderen Welt, die Mahito entdeckt. Als Mahito in dieses seltsame Reich hinabsteigt, wird er von einer jüngeren und immens mächtigen Version Kirikos gerettet. Diese Version ist eine geschickte Fischerin, die einen Zauberstab besitzt, der Feuer erzeugen kann, den sie sowohl für ihre Arbeit als auch zu ihrer Verteidigung einsetzt. Sie übernimmt sofort die Führung, rettet Mahito vor angreifenden Pelikanen und navigiert mit ihm durch tückische Felsformationen. Ihre Fähigkeiten sind überlebenswichtig, wie sie zeigt, als sie einen riesigen Fisch fängt und an die Warawara verkauft, die blubbernde, geisterartige Kreaturen sind, die sich darauf vorbereiten, in der Welt oben wiedergeboren zu werden.

Was die Persönlichkeit betrifft, ist die jüngere Kiriko fest, autoritär und äußerst fähig und verkörpert eine Mischung aus traditionell männlichen und weiblichen Eigenschaften. Eine semiotische Analyse ihrer Figur zeigt, dass sie männliche sprachliche Merkmale wie bestimmte Pronomen und Interjektionen verwendet, was einen starken und befehlenden Sprechstil erzeugt, während sie in bestimmten Situationen auch weibliche Ausdrücke und Rollen zeigt. Visuell wird diese Androgynie durch ihr kurzes Haar, männliche Kleidung wie Hosen und Stiefel und durchsetzungsfähige Gesten dargestellt, die zusammen stereotype Geschlechternormen in Frage stellen. Ihre Rolle ist grundlegend die einer Mentorin und einer Quelle praktischen Wissens über die magische Welt, die Mahito hilft zu verstehen, wie ihre Bewohner, wie die Warawara, funktionieren. Sie hilft auch dabei, einen fragilen Frieden zwischen Mahito, dem trügerischen Graureiher und den verzweifelten Pelikanen dieses Reiches zu vermitteln.

Ihre Motivationen sind in einem Gefühl von Pflicht und Schutz verwurzelt. In der realen Welt ist sie eine treue Dienerin der Familie. In der anderen Welt wird diese Hingabe in direktes Handeln umgesetzt, da sie Mahito aktiv vor Bedrohungen verteidigt und ihm beibringt, wie er die Gefahren, denen er gegenübersteht, bewältigen kann. Ihre wichtigsten Beziehungen sind in erster Linie zu Mahito, den sie führt und beschützt, und zum Graureiher, mit dem sie als pragmatische Verbündete bei der Suche nach Natsuko interagiert. Die narrative Entwicklung Kirikos schließt sich am Höhepunkt der Geschichte zu einem Kreis. Als die fantastische Welt zu kollabieren beginnt, vereint sie sich mit den anderen Hauptfiguren, um zu entkommen. Später, als Mahito in die reale Welt zurückkehrt, verwandelt die Glücksbringerpuppe, die er getragen hat, das ältere Dienstmädchen zurück in ihre vertraute Form, was die beiden Versionen der Figur zu einer verbindet und darauf hindeutet, dass ihr mächtiges jüngeres Ich ein wahres Spiegelbild ihres inneren Geistes ist.